Mit 50 ist noch lange nicht Schluss: Warum Bewegung im Alter so wichtig ist
Wer über 50 ist, kennt es vielleicht: Die Treppe fühlt sich plötzlich etwas steiler an, das Aufstehen vom Sofa dauert einen Moment länger und nach einem langen Spaziergang zwickt es an der einen oder anderen Stelle. Das gehört zum Älterwerden dazu, aber man muss sich damit nicht einfach abfinden.
Wie viel man auch im hohen Alter noch erreichen kann, zeigt eindrucksvoll das Beispiel von Rudolf Götz. Der Brandenburger ist inzwischen 100 Jahre alt und trainiert regelmäßig im Fitnessstudio. Angefangen hat er allerdings erst mit Anfang 90. Zweimal pro Woche absolviert er heute ein Krafttraining an verschiedenen Geräten und dies keineswegs nur zum Zeitvertreib. Götz trainiert richtig. Nach eigener Aussage fühlt er sich nach dem Training geschmeidiger und auch geistig wohler.
Seine Geschichte macht deutlich, dass ist nie zu spät ist, um mit Bewegung anzufangen. Rudis Rat an alle Altersklassen lautet: "Anfangen, anfangen, anfangen!
Muskeln sind ein Stück Lebensqualität
Mit zunehmendem Alter verliert der Körper natürlicherweise Muskelmasse und Kraft. Das kann irgendwann ganz praktische Folgen haben: Einkäufe werden schwerer, das Aufstehen fällt schwieriger und das Gleichgewicht wird unsicherer.
Regelmäßiges Training kann diesem Prozess entgegenwirken. Eine frei zugängliche wissenschaftliche Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2024 wertete 57 Studien mit Menschen ab 65 Jahren aus. Das Ergebnis: Verschiedene Trainingsformen verbesserten unter anderem die körperliche Leistungsfähigkeit. Krafttraining zeigte zudem positive Effekte auf bestimmte Bereiche der geistigen Leistungsfähigkeit. Bei gebrechlicheren älteren Menschen konnte Training außerdem die Fähigkeit unterstützen, alltägliche Aktivitäten selbstständig zu bewältigen.
Das bedeutet nicht, dass jeder mit 70 noch Marathon laufen oder mit 90 schwere Gewichte stemmen muss. Im Gegenteil: Entscheidend ist, überhaupt aktiv zu bleiben – und das Training an die eigene Situation anzupassen.
Bewegung muss kein Leistungssport sein
Für den einen bedeutet Bewegung ein Spaziergang, für die andere eine Runde Radfahren. Auch Schwimmen, Tanzen, Gymnastik, Gartenarbeit oder gezieltes Krafttraining können sinnvoll sein.
Besonders hilfreich ist eine Mischung aus Ausdauer, Kraft und Übungen für Beweglichkeit und Gleichgewicht. Schon kleine Veränderungen im Alltag können einen Unterschied machen: öfter zu Fuß gehen, die Treppe nehmen oder regelmäßig einfache Kraftübungen durchführen.
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